Besinnung:

Gedanken zur Jahreslosung

Wer in den ersten Tagen des Jahres an der Bushaltestelle in der Anhäuserstraße vorbei kam, hat sie vielleicht schon im Aushang gelesen: Die Jahreslosung 2019. Bekannt ist der jedes Jahr von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen ausgewählte Bibelvers natürlich schon ein wenig länger.

„Suche Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34,15). Kurz und knapp und eigentlich auch nicht erklärungsbedürftig.

Doch ist das Erhalten des Friedens nicht die Aufgabe der Politiker? Und natürlich der NATO, die für mich einen wesentlichen Anteil daran hat, dass wir die längste Periode des Friedens in der europäischen Geschichte erleben dürfen.

Beim Zusammenstellen dieser Argumente wurde mir schnell klar, dass natürlich nicht der Weltfriede oder der Friede zwischen den Völkern gemeint sein kann. Es geht um den inneren Frieden, und der ist weniger von der Wahrnehmung der Weltlage, die nie so sein wird, dass wir von einem weltweiten Frieden-zustand sprechen können, sondern von meinem direkten Verhältnis zu den Menschen in meiner Nähe geprägt.

Und es geht darum, wie wir den anderen wahrnehmen, wie empfindlich wir auf vermeintliche Regelverstöße in unser Umgebung und Nachbarschaft reagieren.

Nimmt man die Umgangsformen in den sozialen Netzwerken als Maßstab, müssen sich viele Menschen angesprochen fühlen.

Wir können uns auch selber prüfen: Wie reagieren wir auf Pfarrer oder Pfarrerinnen, die im Gottesdienst neue und ungewohnte Wege gehen oder geflüchteten Menschen Kirchenasyl gewähren? Oder auf Nachbarn, die es vielleicht mit dem Kehrdienst nicht so genau nehmen oder deren Kinder für unseren Geschmack wieder einmal zu laut waren? Wie schnell sind wir in solchen Fällen bereit, unseren inneren Frieden aufzugeben?

Das Wort „nachjagen“ besitzt nach den Bibelübersetzungen eine eigene Bedeutung. Es steht für eine intensive und leidenschaftliche Bewegung mit dem klaren Ziel, etwas unbedingt erreichen zu wollen.

Für mich ist die Jahreslosung eine tägliche Aufforderung Gottes, mein Verhältnis zu meinen Mitmenschen zu überprüfen. Ich kann anderen Menschen keinen Frieden bringen, wenn er nicht in mir selbst lebt und sichtbar ist.

Auch wenn ich mich dafür manches Mal nicht in der Lage fühlen werde, bleibt das Nachjagen nach diesem Frieden für mich etwas, das mich ein Leben lang begleiten wird.

Insofern hat die Jahreslosung für mich sehr viel Tiefe.

Ihr Kirchengemeinderat
Peter Monadjemi

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