Besinnung:

Liebe Gemeinde!
Kennen Sie das auch: Die To-Do-Liste für den freien Tag ist voll und mittendrin geht noch was schief. Das regt auf und verursacht Stress. Die Zeit reicht hinten und vorne nicht. Am Ende fühlt man sich gehetzt, kraftlos und kaputt.

In einer Zeitschrift las ich kürzlich folgende Legende:

Als Till Eulenspiegel mit seinem Bündel Habseligkeiten zu Fuß zur nächsten Stadt wanderte, überholte ihn eine recht schnell fahrende Kutsche. Der Kutscher, der es sehr eilig zu haben schien, rief: „Wie weit ist es bis zur nächsten Stadt?“

„Wenn Ihr langsam fahrt, eine halbe Stunde - wenn Ihr schnell fahrt, zwei Stunden, mein Herr!“ antwortete Till Eulenspiegel.

„Du Narr!“ schimpfte der Kutscher, griff zur Peitsche, trieb die Pferde noch heftiger an und fuhr mit erhöhtem Tempo weiter auf der Straße mit vielen Schlaglöchern.

Till Eulenspiegel ging seines Weges und sah eine Stunde später die Kutsche mit gebrochener Vorderachse und der Kutscher war damit beschäftigt, diese zu reparieren.

Der Kutscher blickte Till Eulenspiegel vorwurfsvoll an, worauf dieser nur anmerkte: „Ich sagte Euch doch, wenn Ihr langsam fahrt, eine halbe Stunde...“

Warum hat der Kutscher nicht richtig zugehört? Wo wollte er so eilig hin? Hatte er einen so wichtigen Termin? Warum das hohe Tempo?

Mir geht es manchmal auch so wie dem Kutscher. Ein Termin jagt den nächsten. Noch schnell im Büro was fertig machen, zum Sport hetzen, schnell noch die ehemalige Kollegin treffen, E-Mails lesen, abends Sitzung... Immer erreichbar sein.

Unser Leben beschleunigt sich immer mehr, manchmal erledigen wir mehrere Dinge gleichzeitig, wollen in kürzester Zeit immer mehr erreichen, werden häufig vom Arbeitgeber oder anderen gesellschaftlichen Einflüssen unter Druck gesetzt, oft sind die Erwartungen sehr hoch.

Zeitforscher behaupten, dass sich unsere Lebensgeschwindigkeit seit 1950 alle 20 Jahre verdoppelt.

Ich muss selbst entscheiden: Wie viel Tempo lasse ich zu? Wo entscheide ich mich bewusst, einen Gang runter zu schalten? Bei welchen „Zeitfressern“ kann ich einsparen? Wie viel Zeit nehme ich mir, Gottes Wort zu hören und danach zu leben?

In Psalm 31,16 steht: „Meine Zeit steht in deinen Händen“

Gott schenkt uns Zeit. Jetzt ist es an uns, sie zu nutzen, die richtige Geschwindigkeit zu wählen und auch Pausen einzuplanen, um Kraft zu tanken und uns zu erholen. Zum Beispiel: Bewusst langsamer gehen, vielleicht ein bisschen weniger arbeiten, in Ruhe ein Buch lesen, sich ohne Eile verabreden, auch mal „Nein“ sagen ...

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Gottes Zeitgeschenk mit Freude, Liebe, Leben und Gelassenheit füllen können.

Ihre Kirchengemeinderätin Anja Häcker

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