Besinnung:

Liebes Tagebuch,

von einem Tag auf den anderen erkenne ich nichts wieder. Mein Leben steht auf dem Kopf. Obwohl ich eine Ahnung hatte, was da auf mich zukommt, tue ich mich schwer damit. Gott sei Dank ist meine Familie bei mir.

....Ich möchte nicht mehr eingesperrt sein. Ich möchte mein altes Leben zurück. Doch das wird es nicht mehr geben. Einen Neuanfang hat ER versprochen; alles wird gut.

Ich bin aufgewacht – irgendetwas ist anders. Alles ist ruhig, ich höre die regelmäßigen Atemzüge meiner Familie neben mir. Die gewöhnlichen Geräusche der Tiere. Und doch, etwas ist anders: Das Prasseln fehlt – der Regen hat aufgehört! Große Freude: Jetzt beginnt das neue alte Leben wieder.

....Enttäuschung, Frust: Was sehe ich durch das geöffnete Fenster? Wasser, Wasser, überall nur Wasser. Die Bedrängnis geht weiter... Der Rabe flog kaum los, da war er auch schon wieder da – kein Land in Sicht. Nicht einmal für ihn. Geduld – ich brauche Geduld. Der Tag, an dem ich diesen Kasten verlassen kann, rückt näher. Nur die Hoffnung nicht verlieren – ER hat versprochen, dass alles gut werden wird.

...Welch eine Freude bei uns. Die Taube flog davon und als sie zurückkam, hatte sie einen Zweig im Schnabel. Die Wasser weichen, das Land kehrt zurück. Der Freudentag, auf den wir hoffen, rückt näher.

...Endlich, wir konnten die Arche verlassen. Wir haben Gott die Ehre gegeben, ihn gefeiert. Er steht zu seinem Versprechen. Und dann? Das Beste kommt zum Schluss: Gott bekennt sich zu uns. ER schenkt uns ein Zeichen, den Regenbogen. Er steht für Gottes Festhalten an uns. Für seine Treue. Für seine Zusage, dass er zu uns hält. „Solange die Erde steht, soll nicht mehr aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht (1. Mose 8,22).“

Was für ein Hoffnungszeichen!

So oder so ähnlich hätte Noah seine Erlebnisse festhalten können. Die Erzählung ist viele tausend Jahre alt. Und gerade in unserer heutigen Zeit ist sie besonders aktuell.

Das Corona-Virus hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Seit vielen Wochen erleben wir so umfassende Beschränkungen wie wohl nie zuvor. Das nimmt jeden von uns ganz unterschiedlich mit, verursacht unterschiedliche Sorgen und manchmal auch Ängste.

Wie lange dieser Zustand anhält, kann uns heute (Stand Anfang Mai) noch niemand sagen. Hat „der Regen schon aufgehört“, um im Bild der Noah-Geschichte zu bleiben? Oder stecken wir noch mittendrin? Die ersten Lockerungen verstärken vielleicht unsere Sehnsucht, schnell in unser altes Leben zurückkehren zu können.

Auch in unsere Unsicherheit heute und über unseren unbeantworteten Fragen wirkt Gottes Zusage: Er ist bei uns, lässt uns nie allein. Gott sei Dank! Der Regenbogen erinnert uns daran und kann uns zum Hoffnungszeichen werden.

Bleiben Sie behütet und gesegnet.

Ihre Kirchengemeinderätin Stephanie Teich

 

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