Besinnung:

Nehmen Sie sich Zeit

Kein Geiger würde heute noch ein Konzert geben, bei dem er an einem Abend gleich drei der schwierigsten Violin-Konzerte auf einmal spielt. 1929 aber fand ein solches Konzert mit den Berliner Philharmonikern statt. Es wurde zur Legende. Der mit großer Seele und tiefster Empfindung spielende Solist des Abends war ein gerade mal dreizehn Jahre alter jüdisch-amerikanischer Junge. Sein Name: Yehudi Menuhin.

Im Alter von neunzehn Jahren jedoch endete der Siegeslauf des Wunderkinds in einer persönlichen Katastrophe. Innerhalb weniger Monate hatte der junge Geiger auf einer Welttournee 110 Konzerte gegeben, bis er vor Erschöpfung zusammenbricht. Was Yehudi Menuhin bis dahin intuitiv gelang, wurde nun zum Problem. Anderthalb Jahre versucht Menuhin in einem mühevollen Kraftakt das zu lernen, was er als Kind wie im Spiel konnte. Als er danach wieder auftritt, zerreißen ihn die Kritiker. Menuhin sei vom Genie zum bloßen Talent mutiert. Sein Spiel würde bei weitem nicht mehr an das Niveau seiner Jugendjahre heranreichen.

Yehudi Menuhin ist tief getroffen. Aber er gibt nicht auf, sondern begibt sich auf die Suche. Er nimmt sich Zeit, sucht die Stille und lernt, der Stimme seines Herzens zu folgen. So entsteht Neues: 1945 spielt Menuhin vor befreiten Insassen des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. 1947 ist er der erste jüdische Musiker, der als Zeichen der Versöhnung wieder in Deutschland auftritt. Mit Feuereifer kümmert er sich zeitlebens um den Musiker-Nachwuchs und engagiert sich für Projekte mit sozial Schwachen und gefährdeten Jugendlichen.

Kennen Sie das auch, was Menuhin erlebte? Den Druck, die Sorgen, die Unzufriedenheit, die Kritik und offenen Fragen?

Wir ahnen: Zeit wäre gut und Stille, um auf die Stimme unseres Herzens zu hören. Zeit, um Gott selbst zu suchen, Jesus anzusprechen und zu hören, was er uns sagen möchte. Aber ich tu's viel zu selten, es fällt mir schwer. Denn ich will die Dinge selbst schaffen. Es muss schon viel Druck zusammenkommen, dass ich nachgebe. Und bis es so weit ist, bleibt alles beim Alten.

Ich muss aber nicht alles selbst machen. Ich darf Zeit haben: Zeit für mich, für andere und für die Stille mit Gott. Nehmen Sie sich gerade jetzt in der „dunkleren“ Jahreszeit diese Zeit und suchen Sie sich Ihren Ort der Stille, an dem Gott mit Ihnen reden kann. Vielleicht ist dieser Ort bei Ihnen zuhause in einem gemütlichen Sessel bei einer Tasse Kaffee, Tee oder einem Glas Wein? Oder Sie finden Ihre Stille beim Spazierengehen in den Wiesen, im Wald, beim Joggen oder Radfahren.

Hauptsache, Sie kommen zur Ruhe. Ich bin sicher, Gott hört uns zu – und, wenn wir leise sind, werden wir auch seine Stimme hören – in welcher Form auch immer. Ich wünsche uns allen, dass wir so einen Ort der Stille finden!

Ihr Kirchengemeinderat Andreas Münzenmaier (mit Gedanken von Theo Eißler)

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